Zuhören als Praxis. Philosophische Perspektiven

Deadline: 14.11.2026

Zuhören ist wie selbstverständlich tragender Bestandteil von Prozessen des Lernens und der Verständigung. Es ist gelebte Praxis in Alltag, Bildung, Wissenschaft und Politik. Im Unter-schied zum Sprechen ist das Zuhören jedoch vergleichsweise selten Gegenstand eigenständiger philosophischer Reflexion – und dies, obwohl ohne Zuhören jedes Sprechen bedeutungslos wird. Der Workshop greift das bislang nur punktuell bearbeitete Thema auf und widmet sich dem Zuhören als philosophischen Gegenstand. Die Fokussierung auf das Zuhören als Praxis eröffnet einen übergeordneten Bezugsrahmen, in dem Begriffsarbeit mit Fragen nach den Bedingungen, Weisen und Folgen des Zuhörens verbunden wird: Was ist eigentlich Zuhören und was nicht? Wie wird Zuhören vollzogen? Unter welchen Bedingungen gelingt oder scheitert Zuhören? Ist Zuhören eine Praxis, die geübt werden kann oder muss? Welche Rolle spielt das Zuhören für Erkenntnis, Begegnung und gesellschaftliches Zusammenleben?

Ausgehend von der Annahme, dass Zuhören eine spezifische Weise des Welt- und Selbstbezugs darstellt, untersucht der Workshop Zuhören als eine Praxis, die mit Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Verantwortung und Macht verwoben ist. Zuhören vollzieht sich stets in sozialen, politischen und historischen Kontexten. Es eröffnet oder begrenzt Beziehungen und wirft Fragen nach Stimme, Schweigen, Hörbarkeit und Gehörtwerden auf.

Ziel des Workshops ist es, unterschiedliche philosophische Perspektiven auf die Praxis des Zuhörens miteinander ins Gespräch zu bringen und an begrifflichen Grundlagen zu arbeiten, von denen aus weiterführende philosophische und interdisziplinäre Forschungen erfolgen können. Der Schwerpunkt des Workshops ist philosophisch, er ist jedoch offen für Forschende aus anderen Disziplinen. Der Begriff der Praxis bietet einen gemeinsamen philosophischen Bezugsrahmen, um unterschiedliche Dimensionen des Zuhörens miteinander ins Gespräch zu bringen. Mögliche Fragen der einzelnen Beiträge könnten sein:

  • Wie lässt sich Zuhören als soziale, relationale oder responsive Praxis verstehen?
  • Lässt sich Zuhören als philosophische oder kritische Praxis begreifen?
  • Inwiefern lässt sich Zuhören als affektive, verkörperte oder ästhetische Praxis bestimmen?
  • Was bedeutet es, Zuhören als epistemische oder politische Praxis zu verstehen?
  • Welche ethischen Konsequenzen folgen aus einer Betrachtung von Zuhören als sorgende Praxis?

Da ein „schul-“ und methodenübergreifender Austausch erwünscht ist, sind verschiedenste philosophische Bezugspunkte willkommen.

Der Workshop findet vom 8. bis 10. April 2027 am Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim statt. Aussagekräftige Abstracts (1–2 Seiten) bitte bis zum 14. November 2026 an philoso@uni-hildesheim.de„>philoso@uni-hildesheim.de

Organisation: Greta Langenbach, Lars Leeten, Katrin Wille (Institut für Philosophie, Hildesheim)

Informationen

Beginn

08.04.2027

Ende

10.04.2027

Ort

Hildesheim

Veranstalter

Institut für Philosophie, Universität Hildesheim

E-Mail Veranstalter

philoso@uni-hildesheim.de

Downloads

CfP Workshop_Zuhören als Praxis
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