TfPP Panel: Grenzerfahrungen, ethische Lebensführung und Politik

Deadline: 31.03.2026

XIII Tagung Praktische Philosophie, 24.–25.09.2026, Passau
Moritz von Kalckreuth (Bergische Universität Wuppertal) u. Tim F. Huttel (Universität Rostock)

Die Rede von Grenzerfahrungen hat zurzeit gleich zweifach Konjunktur: Die verschiedenen Krisen und Katastrophen der Gegenwart zwingen zum einen zur verstärkten Auseinandersetzung mit Leid, Tod, Einsamkeit, Ungewissheit und ihren Folgen für das Leben von Einzelpersonen und Kollektiven. Der Erwartungshorizont ist auch deshalb verdüstert, weil die Umbrüche im politischen Geschehen eher weitere Aporien als Lösungen versprechen. Zum anderen hat sich – nicht zuletzt durch die gesteigerte Präsenz in den sozialen Medien – die Sensibilität für biographische Schicksalsschläge und psychische Erkrankungen massiv erhöht. Grenzerfahrungen anderer gehen uns eher nahe. Das schwer Erträgliche dominiert schließlich oft die allgemeine Weltwahrnehmung und begünstigt anstelle von Engagement eher Apathie und den Rückzug ins Private.

Philosophisch stellen sich hier gleich mehrere Fragen: Was macht das „Grenzwertige“ von Grenzerfahrungen und Grenzsituationen eigentlich aus? Sind neben klassischen Kandidaten wie Schuld, Trauer, Verzweiflung, Tod oder Angst auch weniger radikale oder sogar positive Phänomene wie Zuversicht oder Geborgenheit zu berücksichtigen? Wie fügen sich Grenzerfahrungen in unsere Lebensführung ein und in welchem Verhältnis stehen sie zur politischen Praxis? Welche politischen und ethischen Vorannahmen bedürfen einer Revision, wenn den Herausforderungen einer verdüsterten Gegenwart und Zukunft entschlossen begegnet werden soll?

Das Vortragspanel verfolgt das Anliegen, Grenzerfahrungen, Ethik (im weiten Sinne einer Philosophie der normativ orientierten Lebensführung) und Politik zueinander in Beziehung zu setzen. Beitragsvorschläge können dabei u. a…
a) übliche Kandidaten für Grenzerfahrungen (z. B. Tod, Trauer, Krankheit, Verzweiflung, Schuld, Angst usw.) auf eine ethische oder politische Dimension hin untersuchen bzw. zu Lebensführung oder Politik in Beziehung setzen.
b) herausarbeiten, unter welchen Bedingungen ethische Phänomene (z. B. Gewissenskonflikte, normative Einstellungen, Dilemmata, moralische Verletzungen) zu Grenzerfahrungen werden und worin das grenzhafte bzw. existenzielle Moment bestehen könnte.
c) diskutieren, inwiefern die verschiedenen Krisen der Gegenwart mit individuellen und kollektiven Grenzerfahrungen korrelieren.
d) überlegen, welche Phänomene als Auswege aus Grenzsituationen in Frage kommen (z. B. Trost, Hoffnung, Nostalgie) und welche Haltungen dabei zu Lebensführung, Gegenwart und Zukunft eingenommen wird. Ebenso wäre zu fragen, inwiefern Grenzsituationen ein transformatives Potenzial beinhalten können, das zu einem gelingenden Leben beitragen kann.

Das Panel ist grundsätzlich offen für Beiträge aus allen einschlägigen Traditionen (u. a. Phänomenologie, Existenzphilosophie, Kritische Theorie, Hermeneutik, Analytische Phil., Pragmatismus). Da sich in den einzelnen Fragestellungen normative, drittpersonal-analytische und erstpersonal-beschreibende Aspekte miteinander verbinden, würden wir uns besonders über traditionsübergreifende Beiträge freuen. Auch philosophiehistorische Perspektiven sind herzlich willkommen!

Wir bitten um die Einsendung eines Abstracts mit max. 500 Wörtern bis zum 31.03.2026 an:
vonkalckreuth@uni-wuppertal.de„>vonkalckreuth@uni-wuppertal.de

Informationen

Beginn

24.09.2026

Ende

25.09.2026

Ort

Passau

Veranstalter

Universität Passau

E-Mail Veranstalter

vonkalckreuth@uni-wuppertal.de

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