Ein Grundbegriff der Politischen Phänomenologie zur Analyse des Politischen ist der Begriff der Stiftung. Er bezeichnet den Prozess, in dem ein bestimmter Sinnhorizont entsteht und sich geschichtlich fortsetzt, indem er immer wieder neu aufgenommen, interpretiert, bestätigt, invertiert oder auch transformiert wird. Eine gestiftete Bedeutung bleibt demnach nicht allein durch Erinnerung oder bloße Institutionalisierung erhalten, sondern muss kontinuierlich angeeignet und – ganz im Sinne der politiktheoretischen These der Kontingenz – erneuert werden.
Das politphänomenologische Panel auf dem Theoriekongress der DVPW möchte auf vielfältige Weise an den Stiftungsbegriff anschließen: Willkommen sind einerseits Beiträge, die demokratische Transformationen methodisch mit Hilfe des Stiftungsbegriffs zu fassen suchen und so zu dessen konzeptueller Weiterentwicklung beitragen. Ebenso willkommen sind Beiträge, die gegenwärtige politische Kämpfe im Register der Stiftung produktiv beleuchten.
https://www.uni-passau.de/backsliding-resilience-renewal/call-for-papers