Emotionale Bildung im Philosophie- und Ethikunterricht

Deadline: 01.11.2026

Emotionale Bildung im Philosophie- und Ethikunterricht

Philosophische Bildung ereignet sich wesentlich im Medium argumentativ-rationaler Diskurse. Die Rolle von Emotionen und Gefühlen wird dabei nicht selten als problematisch verstanden: Sie scheinen hier erst einmal eher zu stören oder abzulenken. Auch die Philosophiegeschichte hat sich mit dem menschlichen Gefühlsleben oft eher zurückhaltend und mit Vorsicht beschäftigt – man denke nur an Kants distanzierte Haltung gegenüber den menschlichen Neigungen. Nicht selten sind Gefühle und Emotionen als bloß passiv erfahrene Leidenschaften verstanden worden, die den Menschen überfallen wie Naturereignisse und dabei zum Gegenspieler einer Vernunfttätigkeit werden, die als das eigentlich Menschliche des Menschen begriffen wird. Diese Auffassung hat sich philosophisch spätestens im 20. Jahrhundert als unterkomplex erwiesen und ist so heute nicht mehr haltbar: Die Phänomenologie hat den Blick auf die Emotionalität des Menschen ausdifferenziert und auch darüber hinaus haben zahlreiche philosophische Positionen herausgestellt, dass und inwiefern emotionale Prozesse mit kognitiven Prozessen des Menschen – und dabei nicht zuletzt mit dessen Urteilsfähigkeit – zusammenwirken. Spätestens da, wo das menschliche Urteilen betroffen ist, wird die Auseinandersetzung mit der menschlichen Emotionalität auch für die philosophische Bildung zu einer dringlichen Angelegenheit. Die Philosophie- und Ethikdidaktik kann hier an Diskurse verschiedener anderer Fachdidaktiken (wie der Geschichtsdidaktik oder der Politischen Bildung) anknüpfen, die ihren Fokus in den letzten Jahren darauf gelegt haben, welche Rolle Emotionen z.B. in Prozessen öffentlicher Deliberation spielen und wie diesem Umstand jeweils in Bildungsprozessen zu begegnen ist.
Die Tagung möchte Raum geben zur Diskussion der Frage, welchen Beitrag der Philosophie- und Ethikunterricht zur emotionalen Bildung von Schülerinnen und Schülern leisten kann oder sollte und welche Bedeutung der Reflexion menschlicher Emotionalität in der Philosophie- und Ethikdidaktik insgesamt zukommt. Dabei ergeben sich zahlreiche – auch interdisziplinäre –Themenfelder, zu denen Beiträge eingereicht werden können wie z.B.:

  • ·Emotionen und Emotionstheorien als Gegenstände des Philosophie- und Ethikunterrichts
  • Emotionen und ihre Bedeutung für Prozesse philosophisch-ethischer Bildung
  • Emotionale Bildung als Teil umfassender Charakter- und Persönlichkeitsbildung
  • Didaktik und Konzeptionen emotionaler Bildung
  • Interdisziplinäre Zugänge zur Bedeutung von Emotionen, z.B. in der Demokratiebildung (Solidarität, Ressentiment), Nachhaltigkeit („Klimaangst“) o.a.
  • Methoden und Medien emotionaler Bildung für den Philosophie- und Ethikunterricht

Die Tagung findet am 23./24. April 2027 an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel statt. Deadline für Abstracts ist der 01.11.2026. Zusendung an: torkler@philsem.uni-kiel.de„>torkler@philsem.uni-kiel.de

Informationen

Beginn

23.04.2027

Ende

24.04.2026

Ort

Kiel

Veranstalter

Gesellschaft für Philosophie und Ethikdidaktik (GPED)

E-Mail Veranstalter

torkler@philsem.uni-kiel.de

Downloads

GPED Jahrestagung 2027
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