CfP Aktuelle Perspektiven der philosophischen Demokratieforschung

Deadline: 10.04.2026

Call for Presentations: Aktuelle Perspektiven der philosophischen Demokratieforschung auf der TfPP 2026

Verantwortliche: PD Dr. Martin Hähnel, PD Dr. Jan Kerkmann, Dr. Manolo Sailer

Ort: Tagung für Praktische Philosophie 24.-25.9. 2026

Ist die Demokratie nicht nur praktisch, d.h. als „gelebte Demokratie“, sondern auch theoretisch in der Krise? Befinden wir uns derzeit in einem Prozess der Transformation, infolgedessen nicht nur das bisherige Verständnis von Demokratie (Stichwort: „Postliberalismus“ etc.) in Frage gestellt wird, sondern auch grundlegende Elemente demokratischer Praxis wie etwa Wahlen, Repräsentation oder öffentliche Deliberation neu diskutiert werden müssen? Was sind eigentlich die philosophischen Grundlagen der Demokratie, die Gründe dafür liefern, warum wir auch im 21. Jahrhundert die Demokratie als vorzugswürdigste Staatsform betrachten sollten? Sehen wir die Vorzugswürdigkeit der Demokratie heute eher in ihrem intrinsischen Wert (als Verfassung der kollektiven Freiheit) oder eher in ihrem instrumentellen Wert begründet? Wie beantworten die verschiedenen normativen Demokratietheorien (liberale, republikanische, deliberative, radikale, kommunitaristische oder feministische) die Frage danach, was eine gute Demokratie ist? Wie hängen diese normativen Annahmen mit den aktuellen Diagnosen zu einer Krise der Demokratie zusammen? Welche Krisenbewältigungsstrategien (Stichwort: „wehrhafte Demokratie“) bieten uns die verschiedenen Ansätze an?

Das Panel möchte vor diesem Hintergrund einen aktuellen Beitrag zur philosophischen Demokratieforschung leisten und fragt danach, wie unterschiedliche demokratietheoretische Ansätze systematisch vergleichbar gemacht werden können.
a) Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung innovativer Perspektiven auf normative Demokratietheorien, die deren zugrunde liegende Annahmen über Politik, Konflikt, Bürgerrolle und Rationalität sichtbar machen.
b) Zugleich sollen ideengeschichtliche Perspektiven einbezogen werden. Klassische demokratietheoretische Positionen – etwa von Rousseau („Vom Gesellschaftsvertrag“), den Autoren der „Federalist Papers“ oder Hans Kelsen („Vom Wesen und Wert der Demokratie“) – zeigen, dass zentrale Fragen der Demokratie (z. B. Verhältnis von Freiheit und Gesetz, Rolle von Repräsentation, Bedeutung politischer Konflikte) historisch unterschiedlich beantwortet wurden und bis heute für aktuelle Debatten relevant sind.
c) Darüber hinaus richtet das Panel den Blick auf aktuelle Transformationen demokratischer Öffentlichkeit im Kontext von Digitalisierung und KI. Digitale Kommunikationsräume, soziale Medien und algorithmisch strukturierte Öffentlichkeiten verändern politische Diskurse, Formen der Mobilisierung sowie Möglichkeiten demokratischer Beteiligung. Diese Entwicklungen werfen grundlegende demokratietheoretische Fragen auf: Fördert Digitalisierung deliberative Diskurse oder verstärkt sie agonale Konfliktlogiken? Und welche normativen Maßstäbe eignen sich, um demokratische Qualität unter digitalen Bedingungen zu beurteilen?

Das Panel lädt Beiträge ein, die sich aus philosophischer, ideengeschichtlicher oder interdisziplinärer Perspektive mit Fragen der Demokratietheorie und demokratischen Krisendiagnostik befassen.

Interessierte werden gebeten, ein Abstract (ca. 300–500 Wörter) sowie eine kurze biographische Notiz einzureichen an: haehnel@uni-bremen.de, David.sailer@politisches-denken.de, jan.kerkmann@philosophie.uni-freiburg.de

Informationen

Beginn

24.09.2026

Ende

25.09.2026

Ort

Passau

E-Mail Veranstalter

haehnel@uni-bremen.de

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