Während sich die politische Philosophie und Theorie lange Zeit auf die Macht der diskursiven Rede fokussiert hat, ist in den letzten Jahren ein vermehrtes Interesse an narrativen Formen der Rede und ästhetisch-performativen politischen Praktiken zu konstatieren. Besonders bedeutsam ist dabei das Motiv der Präfiguration als Praxis des Darstellens politischer Alternativen und zukünftiger Formen des Zusammenlebens im Hier und Jetzt.
Politische Narration und demokratische Präfiguration werden derzeit in verschiedenen Traditionszusammenhängen diskutiert, die von der Politischen Phänomenologie über die Kritische Theorie und den Postfundamentalismus bis hinein in die analytische Epistemologie reichen. Der Workshop greift dieses traditionsübergreifende Interesse auf, um die Macht des aufweisenden Denkens und Handelns zu untersuchen und dessen Potential für eine Neufassung demokratischen Streits und politischen Protests auszuloten.