Artificial Companionship als Kommunikationsinfrastruktur – Medienethische Implikationen von KI-Partnerschaft und Öffentlichkeit

Deadline: 15.09.2026

KI erweist sich früh in der menschlichen Interpretation als eine disruptive Technologie. Dabei zeigen aktuelle empirische Befunde, dass der assistive Einsatz von Künstlicher Intelligenz und humanoider Robotik längst über eine rein instrumentelle Tool-Nutzung. Damit sind emotionale Bindungsindikatoren bereits im Status quo quantitativ nachweisbar. Für die Medienethik bedeutet dies die mit KI-unterstützter Kommunikation, Information und Kooperation verbundenen normativen Fragen (Beziehungscharakter, Abhängigkeit, Verantwortungs- und Schutzpflichten, Gestaltung von Interaktionsarchitekturen) systematisch zu reflektieren. Aktuelle Studien zeigen, dass im Prozess der zunehmenden Komplexität der KI nicht nur technische, sondern auch soziale, politische, juristische und ethische Herausforderungen auf uns zukommen. Ein Schlagwort, das bislang vor allem unter Care-Gesichtspunkten diskutiert wurde, ist „artificial companion“. Die Grenzen zwischen Werkzeug/Assistenzsystem und personale Bindung scheinen zu verschwimmen. sinnvolle Zustimmung zu gewährleisten und die Erosion von Mensch-Mensch-Beziehungen zu verhindern. Gerade damit ist „Artificial Companionship“ medienethisch im engeren Sinne – als Ethik öffentlicher Kommunikation – hochrelevant: Wenn KI/Robotik nicht nur Werkzeug, sondern Gegenüber, Partner oder soziale Instanz wird, verschieben sich kommunikative Infrastrukturen von Öffentlichkeit (Aufmerksamkeit, Vertrauen, Deutung, Teilhabe, Verständigung via öffentliche Kommunikation). Artificial companions fungieren dann als Interface/Medium, über das Kommunikation gerahmt, verstärkt, delegiert oder ersetzt wird – mit Folgen für die Bildung von Meinungen, demokratische Deliberation, für Sichtbarkeit/Unsichtbarkeit, für Verantwortungszuschreibungen und für die Regulierung von Kommunikationsräumen. Unter Bedingungen der Mediatisierung (sensu Krotz) ist die Interaktionsethik damit unmittelbar mit der Ethik öffentlicher Kommunikation verschränkt. Die Tagung möchte daher nach den medienethischen, politischen, ökonomischen und allgemein gesellschaftlichen Folgen einer Partnerschaft von Mensch und KI fragen.

Informationen

Beginn

17.02.2027

Ende

19.02.2027

Ort

Wien

Veranstalter

FG Medienethik der DGPuK, Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) & Universität Wien

E-Mail Veranstalter

tobias.eberwein@oeaw.ac.at

Downloads

CfP Medienethik Tagung 2027
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