Am Ende seines philosophischen Hauptwerkes „Das Sein und das Nichts“ kündigte Jean-Paul Sartre ein Buch über die Moral an. Die Notizen, die sich Sartre dafür machte, wurden posthum als „Cahiers pour une morale“/“Entwürfe für eine Moralphilosophie“ veröffentlicht. Großes Gewicht verlieh Sartre hierin Themen wie Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt als Bedrohungen der Freiheit. In diesem Zuge revidierte Sartre auch seine Intersubjektivitätstheorie. Das Subjekt kann nur frei sein, wenn der Andere nicht bloß Objekt ist, sondern auch in seiner Freiheit gewollt wird. Sartres Notizen zu einer Moralphilosophie sind von entsprechend hoher Aktualität in einer Welt der Multikulturalität und Diversität.
Der Workshop verfolgt das Ziel, die Grundgedanken der „Entwürfe für eine Moralphilosophie“ zu diskutieren. Es sollen ausgewählte Textpassagen gemeinsam diskutiert werden. Die Veranstaltung, zu der es voraussichtlich einen zweiten Teil im März 2027 geben wird, richtet sich an alle Sartre-Interessierte (Studierende, Doktoranden, Habilitanden usw.). Vorkenntnisse sind willkommen, jedoch nicht notwendig.