Bevor es die Ästhetik gab, gab es die Rhetorik. Die Rhetorik ist Europas umfassendste formalisierte Bildungstradition, sie ist mit der Philosophie seit ihren Anfängen in fruchtbarem Streit verbunden – und sie kann, so die Ausgangsthese des Workshops, als ästhetische Praxis beschrieben und erschlossen werden.
Der Workshop verfolgt das Ziel, diese ästhetische Dimension rednerischer Praxis herauszuarbeiten – etwa im Vortrag (elocutio), im Einsatz des rhetorischen pathos, im Gebrauch von Stilmitteln zur Erzeugung von Evidenz wie im inventiv-ingeniösen Umgang mit Topoi als Form reflektierender Phantasie. Dabei wird Rhetorik nicht (nur) als wissenschaftliche Disziplin, sondern vor allem als vielschichtige Praxis verstanden, die gesellschaftliche Konventionen, räumliche Anordnungen und den leiblichen Vollzug umfasst. Neben klassischen Texten stehen auch Felder wie Performance-Kunst, Mode und Dokumentarfilm im Fokus des Workshops: Wo erweitert die Rhetorik als ästhetische Praxis unser Verständnis, und wo liegen ihre Grenzen? Der Workshop fragt darüber hinaus, wie eine ästhetische Perspektive die zeitgenössische Praxistheorie bereichern kann.
Mit Andrea Allerkamp, Dominique Epple, Sören Fiedler, André Hinderlich, Jelena Jeremejewa, Verena Potthoff, Frank Schuhmacher, Emanuel Seitz, Johanna Sinn, Hannah Stangl und Nicola Zambon; organisiert von Andreas Hetzel, Ruben Pfizenmaier und Maren Schüll
Weitere Informationen: https://www.uni-hildesheim.de/media/fb2/projekte/aesthetische-praxis/Veranstaltungen_WiSe_2526/2026-01-26_Rhetorik_als_ästhetische_Praxis_Programmheft_WEB_-_FINAL.pdf
Anmeldung: pfizenmaier@uni-hildesheim.de