Was Menschen für ihre Wirklichkeit halten, besteht nicht nur aus empirischen Wahrnehmungen und Erfahrungen, sondern auch aus Vorstellungen. Sie ergänzen und überlagern die Empirie, drücken Gewohnheiten, Bewertungen, Emotionen und Erwartungen aus. Sie können im doppelten Sinne gesellschaftlich ‚geteilt‘ sein: gemeinsam oder getrennt. So stiften sie einerseits Gemeinschaft und sind andererseits der Grund, warum verschiedene Menschen am selben Ort zur selben Zeit subjektiv in verschiedenen Wirklichkeiten leben. Im Imaginamics-Cluster arbeiten Geistes- und Sozialwissenschaftler, unterstützt von Geoanthropologen und Medieninformatikern daran, diese sozial geteilten Vorstellungen besser zu verstehen, und zwar im Blick auf die Praktiken, die sie hervorbringen, kommunizieren, verändern und wirksam werden lassen. Die Tagung stellt verschiedene Arbeitsfelder des Clusters vor und diskutiert die methodischen Herausforderungen, die die geplante Zusammenarbeit von historischer Kultur- und empirischer Sozialwissenschaft bringt.
Weiter Informationen: https://www.uni-jena.de/265518/exzellenzcluster-imaginamics